Aufruf und Gemeinsame Anreise aus Löbtau zu den Protesten gegen den 4. Pegida Geburtstag Arabisch und Deutsch

++++++++++ 4. Pegida Geburtstag++++++++++++++

Gemeinsame Anreise aus Löbtau
Treffpunkt 12:30 im Park auf der Columbusstraße
Fahnen und Transparente sind vorhanden

13:30 schließen wir uns der Demonstration am Albertplatz vom der Tolerade an und werden gemeinsam in Richtung Innenstadt gehen

Kommt mit und last uns gemeinsam zeigen, was wir von Pegida halten

Langer Aufruf:

Liebe NachbarInnen,

am Sonntag jährt sich wieder einmal die Gründung von Pegida. Bereits 4 Jahre und über 150 Demonstrationen ist es her, dass die rassistischen, patriotischen Europäer das erste Mal auf die Straße gegangen sind. Das war im Oktober 2014. Seitdem hat sich das Klima in Dresden noch einmal erheblich verschlechtert. Zwar gab es schon vor Pegida eine rassistische Kontinuität in Dresden, mit den Demonstrationen brachen jedoch die letzten Hemmungen, die eigenen menschenverachtenden Ansichten offen auszuleben und viel zu häufig auch mit Gewalt durchzusetzen. Exemplarisch dafür stehen u.a. hunderte Brandanschläge in 2015 und fast doppelt so viele Angriffe auf geflüchtete Menschen. Auch 2017 war Dresden mit 323 rechten Straftaten trauriger Spitzenreiter in Sachsen und Deutschland – die Dunkelziffer dürfte dabei aber bedeutend höher sein.

Durch die Sammlung aller rechten Strömungen in Dresden – von Neonazis/rechten Hooligans über AfD/NPD bis hin zu Verschwörungstheoretikern/ Reichsbürgern sowie des reaktionär-konservativen Teils der CDU – hat es Pegida geschafft, eine rechte Hegemonie in der Stadt herzustellen. Dies liegt u.a. auch daran, dass Pegida von Anfang an von der sächsischen CDU und deren intellektuellen Vordenkern wie z.B. Prof. Werner Patzelt hofiert wurde. Bis heute hält sich wacker die These, dass es sich bei Pegida nur um besorgte BürgerInnen handle, deren Ängste und Bedürfnissen ernst genommen werden müssen. Im Gegensatz dazu fanden die Ängste der Zivilgesellschaft kaum Anklang bei der Landesregierung. Dies liegt unter anderem auch daran, dass die Zivilgesellschaft es in Dresden nie geschafft hat, sich geeint gegen die Menschenfeinde von Pegida und Co. zu stellen. Das Gegenteil ist häufig der Fall. Viel zu häufig teilt sich die Zivilgesellschaft in gute und böse Demonstranten, anstatt eine Vielzahl von verschiedenen Aktionsformen zusammen zu denken. Positive Ausnahme wäre hier der 1. Geburtstag von Pegida, an dem sich ein breites Bündnis mit 20 000 DemonstrantInnen den RassistInnen entgegenstellten. Leider blieb dies eine einzigartige Ausnahme.

Nun ist zum 4. Geburtstag von Pegida ein neuer Versuch zu unternehmen. Ein breites Bündnis ruft am Sonntag dazu auf, sich Pegida entgegenzustellen. Es ist zu hoffen, dass der Herbst der Solidarität auch an Dresden nicht unbemerkt vorbeigegangen ist. 40 000 Menschen, die mit „Ausgehetzt“ in München auf die Straße gegangen sind, 30 000, die sich in Hamburg bei „Welcome United“ mit Geflüchteten solidarisierten, die bundesweite Seebrücken-Bewegung und die 250 000 Menschen, die in Berlin gezeigt haben, dass eine große soziale Bewegung „unteilbar“ ist, zeigen, dass die Stimmen der Solidarität und Emanzipation nicht untergegangen sind im Geschrei der rechten Hetzer. Jetzt liegt es an uns, auch in Dresden zu zeigen, dass wir unteilbar gegen Rassismus und soziale Ausgrenzung stehen.

Auch in unserem kleinen und beschaulichen Stadtteil Löbtau bewegt sich einiges. Schon länger gibt es hier eine solidarische Nachbarschaft, die sich immer wieder sozial positioniert und versucht, Räume der Begegnung zu schaffen. Zwar sind wir noch am Anfang und haben weiterhin viel Arbeit vor uns. Aber Nachbarschaftsräume wie das „Platzda“ sind konkrete Aktionen zur Etablierung einer solidarischen Nachbarschaft. Auch unsere Kampagne „Kein Viertel für Ausgrenzung“ gegen den Infostand der AfD zum Mephisto – Sommerfest hat gezeigt, dass wir den Diskurs bestimmen und der Politik der AfD etwas entgegenstellen können – nachbarschaftliches Engagement und Solidarität! Es hat gezeigt, dass Löbtau eine Zivilgesellschaft besitzt. Diese gilt es bis zur Landtagswahl 2019 weiterhin zu aktivieren, um der Nachbarschaft Alternativen fernab von Ausgrenzung und „Nach-unten-treten“ zu bieten. Das heißt aber auch, dass wir uns wieder mehr organisieren müssen. Noch viel zu häufig lastet ein Großteil der Arbeit auf wenigen Schultern – in einem Stadtteil, der so viele aktive Menschen beherbergt. Wir werden weiterhin dran bleiben, uns zu organisieren und in Bewegung zu bleiben. Schließt euch an!

Eine Möglichkeit dafür habt ihr schon am Sonntag, wenn Pegida Geburtstag feiert. Wir wollen als Stadtteilgruppe bei den Gegenprotesten sichtbar sein und unsere nachbarschaftliche Solidarität dem Rassimus von Pegida als Alternative entgegenstellen. Dafür wollen wir uns als LöbtauerInnen sowie FreundInnen und SympatisantInnen 12:30 im Columbuspark treffen, um von dort aus gemeinsam zum Albertplatz zu reisen. Dort wird gegen 13:30 der Demozug der Tolerade ankommen, dem wir uns anschließen werden, um gemeinsam in die Innenstadt zu ziehen. Wir würden uns freuen, wenn ihr zahlreich erscheint und wir einen gemeinsamen Block stellen könnten. Für Fahnen und Transparente haben wir gesorgt.

Nachbarschaftliche Grüße
„Kein Viertel für Ausgrenzung!“

Arabisch:

++++++++++++++ذكرى تأسيس حركة بيغيدا اليمينية الشعبوية ++++++++++++++

الانظلاق بشكل جماعي من لوبتاو
نقطة الالنقاء الساعة 12.30 في الحديقة في شارع Columbusstrasse
الإعلام واليافطات موجودة في مكان الالتقاء

الساعة 13.30 سنجتمع بالمظاهرة في البيرت بلاتز ومن ثم مسير باتجاه المدينة القديمة

تعالوا معنا وشاركونا لكي نظهر لهذه الحركة رأينا فيها!

جيراني الأعزاء،
يوم الأحد يصادف الذكرى الرابعة لتأسيس جركة البيغيدا. 4 سنوات وأكثر من 150 مظاهرة قد مضت على خروج العنصريين والوطنيين الأروبيين . هذا الأمر انظلق سنة 2014 ومن وقتها تغير الوضع في دريسدن الى الأسوأ. بالطبع حركة البيغيدا استمرار لمناخ عنصري كان يسود المدينة وهذه المظاهرات ما هي إلا كشف علني لرؤى احتقار البشر والرغبة في استعمال العنف. في التوازي لهذه الحركة كان هناك العديد من الاعتداءات العنصرية كالهجوم بالعبوات الحارقة على مساكن اللاجئين. أيضا في عام 2017 حدث ما يزيد عن ال 323 اعتداء يميني عنصري في دريسدن.

لقد نجحت البيغيدا في خلق تجانس يميني قومي في المدينة عن طريق جمع كل التيارات اليمينية من القوميين والنازيين الجدد ومشجعي كرة القدم وحزب البديل وأصحاب نظرية المؤامرة وغيرهم من الحزب المسيحي الديمقراطي. هذا الأمر حصل بسبب تعاطف وتساهل حكومة ساكسن المسيحية الديمقراطية ومفكريها مع الحركة وعلى رأسهم البروفيسور فيرنر باتزلت. حتى اليوم يرى السياسي فيكر بأن هذه الحركة تعبر عن قلق المواطنين والذين يجب أن تأخذ مخاوفهم على محمل الجد. في المقابل لم تجد مخاوف المجتمع المدني أذنا صاغية في برلمان الولاية. هذا الأمر يعود لعدم قدرة المجتمع المدني على توحيد كلمته بخصوص حركة البيغيدا المعادية للناس وأخواتها. غالبا ما انقسم هذا المجتمع بين متظاهرين جيدين وسيئيين بدون التفكير بحراك جديد. الاستثناء الوحيد كان في مناسبة الميلاد الأول لهذه الحركة حيث اجتمع 20 الف شخص ضد الحركة ولكن هذا الأمر حصل لمرة واحدة ومن ثم تلاشى.

الان في الميلاد الرابع لهذه الحركة يمكن المحاولة من جديد. اتحاد واسع يدعو يوم الأحد لمظاهرة كبيرة ضد البيغيدا. من المنتظر بألا يمر خريف التضامن على دريسدن بدون أثر. 40 الف في ميونخ و30 الف في هامبورغ ما يقارب الربع مليون في برلين شاركوا في مظاهرات لدعم اللاجئين والتعبير عن رغبتهم في العيش في مجتمع متاخي ومتضامن ضد التحريض اليميني. الان يقع الأمر على عاتقنا في دريسدن لإظهار تماسكنا ضد العنصرية والتهميش الاجتماعي.

حتى في حينا الصغير لوبتاو هناك حراك مرتقب. لطالما كان في هذا الحي جيرة متضامنة والتي دائما ما كانت تأخذ مواقفا واضحة وتحاول خلق مساحات للتقابل. بالطبع لازال الطريق في بدايته ومازال لدينا الكثير من العمل. لكن مساحات التقاء الجيرة كما في „بلاتز دا“ هي نشاط مباشر لتمكين الجيرة المتضامنة. أيضا حملتنا “ لا حي للإقصاء“ ضد كشك المعلومات التابع لحزب البديل أظهرت بان لوبتاو لديه مجتمع مدني. وهذا ما علينا تحفيزه حتى موعد الانتخابات القادمة في سنة 2019 لكي نقدم للجيرة بديلا عن الاقصاء والتهميش العمودي. هذا يعني أيضا بانه علينا تنظيم أنفسنا بشكل أفضل. لكي يصبح عملنا أكثر فاعلية علينا أن نعمل سويا ونتشارك المهام. انضموا إلينا!

لذلك يمكنكم البدء في مشاركتنا في مظاهرة يوم الأحد. نحن نريد كمجموعة حي سكني أن نكون ظاهرين ضد حركة بيغيدا وأعوانها. لذا ستكون نقطة الالتقاء في لوبتاو الساعة 12.30 في متنزه كولومبس ومن ثم سنسير سويا باتجاه الألبيرت بلاتز. حوالي الساعة 13.30 ستصل مظاهرة التولوريد الى الالبيرت والتي سنشارك فيها أيضا باتجاه المدينة القديمة. سنكون سعيدين بمشاركتكم ونأمل أن نستطيع تشكيل حاجز ضد مسير مظاهرة البيغيدا. لقد قمنا مسبقا بتأمين الأعلام واليافطات!

تحيات تضامنية
“ لا حي للإقصاء“


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